Montag, 7. April 2008

28.03.2008 – Gummistiefel, ahoi!

Ich erspare Euch den Kommentar zum Frühstück, denn wie gesagt, abwechslungsreich ist etwas anderes.

Heute hat die Sonne geschienen und da wir eh zum Marmorpalast laufen mussten und unser Dozent davon überzeugt ist, dass wir gerne kilometerweit durch Schnee und Marsch bei Eiseskälte laufen, haben wir natürlich nicht den direkten Weg dort hingenommen.

Nach einigen Metern entlang der Fontanka hatten wir den Newski überquert und gingen (nachdem auch einige vorher falsch abgebogen waren...) an der Assagnatenbank und der Bankbrücke vorbei und konnten schon von Weitem die Zwiebelkuppeln der Heilig-Blut-Kathedrale (auch: Erlöserkirche und/ oder Auferstehungskathedrale). Für diejenigen, die selbst nach dem zehnten klassizistischen Gebäude nicht merken, dass St. Petersburg eher europäisch als russisch ist, ist diese Kirche sozusagen eine Bestätigung, dass man in Russland ist.

Ähnlich einer Kirche in Moskau ist diese Kathedrale im byzantinisch-russischen Stil gebaut, mit fünf Zwiebeltürmen, die jeweils unterschiedlich dekoriert sind und alles sehr farbenfroh gehalten. Nachdem selbst der Dozent erneut betont hat, dass diese Architektur nicht wirklich typisch für Russland ist... – Was macht da wohl die deutsche Reisegruppe? – Ein Gruppenfoto natürlich... Argh, wie mich das aufregt! Furchtbar...

Weiter ging’s an Stallungen für die Pferde des Zaren vorbei, Richtung Marsfeld. Man konnte schon von Weitem das Michaelsschloss erkennen und ich ja sowieso, schließlich war das u.a. mein Referat im Seminar. Das Marsfeld war herrlich weiß von wundervollem Schnee bedeckt, der in der Sonne glitzerte.

Zu unserer Linken tauchte irgendwann die Rückseite des russischen Museums auf und vor uns lang unser Ziel, der Marmorpalast. Da wir ja sooo gerne Fassaden beschreiben, standen wir erst mal 20 Minuten in Schnee und Matsche und führten eine rege Diskussion. Glücklicherweise hatte ich ja meine Gummistiefel, die mir das Rumstampfen versüßt haben.

Da wir uns bei diesem Seminar nicht mit moderner Kunst beschäftigen dürfen, wollte der Professor auch nicht in das Museum, welches mittlerweile im Marmorpalast ist, doch da dieses Schloss diese tolle Treppe hat, mussten wir hinein und wurden recht schnell verscheucht, als wir in voller Montur recht weit oben an der Treppe angelangt waren, wo wir ohne zu bezahlen ja eigentlich nicht hin durften...

Nach dem Rauswurf wurde ein neues altes Ziel angesteuert, mein zweites Zuhause, die Ermitage.

Diesmal war es sogar noch besser, da ich ja jetzt wusste, dass ich fotografieren durfte und das selbstverständlich auch tat. Nach den frühen Italienern kamen wir auch mit der Gruppe zu meinem persönlichen Highlight, den zwei da Vincis...

Es folgten weitere Italiener und nach einer stärkenden Pause im Ermitage-Café, waren die Niederländer dran. Herrliche Rembrands hat die Ermitage...

So spannend das auch alles war und ist, so anstrengend ist es auch die ganze Zeit zu stehen und umso schneller schwindet das Aufmerksamkeitsvermögen... Den ganzen Tag nur Kunst und Fassaden ist eben richtig grenzwertig, erst recht, wenn das Wetter noch einen draufsetzt. Denn auch wenn Gummistiefel wasserdicht sind, so sind sie nicht wirklich dafür geeignet, sie von 8.40h bis 19.00h zu tragen.

Aber das war ja nicht genug... Leider wartete da immer noch so ein Referat auf mich... Deswegen haben Anna und ich uns „hochmotiviert“ mit anderen Schuhen in unser Café nebenan gesetzt und brav an unseren Referaten gearbeitet... Ich bin nicht fertig geworden, aber bis Montag ist ja noch Zeit, doch jetzt brauche ich meinen verdienten Schlaf!

1 Kommentar:

Susannah Dean hat gesagt…

Zum Thema "Fassaden" verweise ich doch grad mal kurz hier hin:
http://www.phdcomics.com/comics/archive.php?comicid=999