Sonntag, 2. November 2008
Trautes Heim, Glück allein...
Das neuste Ereigniss jedoch ist mein Umzug! Ja, ihr lest richtig, ich bin umgezogen, wieder. Nur ein Mal im Jahr umziehen ist doch langweilig, also habe ich meinen Kram gepackt und bin in das Haus auf der anderen Straßenseite gezogen. Das war gestern und ich hatte viele tolle Helfer! :)
Fotos meiner neuen Wohnung, die Yoda und ich nun ganz allein für uns haben, werden nachgeliefert!
Dienstag, 1. Juli 2008
Nachwuchs - die Zweite :)
Montag, 9. Juni 2008
NACHWUCHS!!!
Donnerstag, 1. Mai 2008
Spaziergang am Rhein
Dienstag, 22. April 2008
St. Petersburg - ein Fazit
Ich muss zugeben, dass ich vor allem in den ersten Tagen sehr gerne zurück gefahren wäre. Vermutlich war das auch dadurch bedingt, dass ich zwar die meisten kunsthistorisch wertvollen Dinge gesehen hatte, aber für meinen Geschmack nicht genug Zeit hatte, um die Stadt selbst kennenzulernen, was ich sehr schade fand.
Außerdem waren die Leute wirklich super nett. Wir hatten öfter Situationen, in denen uns mit Händen und Füßen geholfen wurde, obwohl ich eigentlich Russisch kann.
St. Petersburg hat mich auf jeden Fall überzeugt, da es für mich eine Mischung aus meinen russischen Wurzeln und meiner europäischen Lebensweise verkörpert. Es hat mich dazu gebracht, wieder an meinem Russisch zu arbeiten, damit ich fließend sprechen kann, wenn ich zurückkehre in dieses Venedig Russlands - und wiederkehren werde ich auf jeden Fall...
Montag, 21. April 2008
05.04.2008 - home sweet home
Wie schon gesagt, mussten wir früher zum Flughafen, weil später unsere Straße aufgrund des Fackellaufs gesperrt wurde... So haben wir noch viel Zeit gehabt, bevor wir überhaupt einchecken konnten. Aber dann kam irgendwann der Schock: 24,6 kg - 4,6 kg zu viel Gewicht in meinem Koffer... Die nette Dame lächelte, ich lächelte zurück, sie wünschte mir einen guten Flug und weg war ich :)
Aus dem sonnigen Russland flogen wir in das verregnete Rheinland, wo mich meine lieben Eltern schon mit Blumen und freudigem Winken erwarteten...
Dienstag, 15. April 2008
04.04.2008 – russische Talente
Irgendwann musste er ja kommen - der letzte ganze Tag dieser Exkursion… An diesem Tag standen fast ausschließlich die russischen Künstler im Vordergrund, wobei Künstler diesmal weiter gefasst werden muss.
Nach dem Frühstück ging’s los Richtung Russisches Museum, einem Bau von Rossi. Ach, da hat sich die Catalina vielleicht gefreut. ;) Auch wenn wir den anderen hinterher eilen mussten, konnten wir das Puschkin-Denkmal vor der Hauptfassade intensiver betrachten. Vom einen Michaelsschloss ging’s zum nächsten und zwar dem Michaelsschloss, das auch Ingenieurschloss genannt wird, meinem Referatsthema aus dem Seminar.
Vermutlich konnte ich bei meinen Kommilitonen mit meinem kläglichen Wissen punkten, denn sie alle schienen nicht mehr allzu aufnahmefähig gewesen zu sein und haben zustimmend gelächelt.
Zurück ging’s ins Russische Museum, was eigentlich auch mindestens zwei Tage verdient hätte, da es sich auf jeden Fall lohnt, sich die dort vorhandene Kunst intensiver zu betrachten. Wir hatten nur einige Stunden. Zunächst waren die monumentalen Werke an der Reihe, die wir teilweise bereits im Seminar besprochen hatten. Diese Bilder waren riesig! Hatte gedacht, dass im Seminar einfach bei der Angabe der Ausmaße ein Komma abhanden gekommen ist, aber nein, die sind wirklich SO groß. Geschätzt so ca. 4 x 6 m oder so… Unglaubliche Wirkung! Auch wenn ich zugeben muss, dass mich ein etwas kleineres Bild mehr beeindruckt hat, als der monumentale Untergang Pompejis, dabei war auf dem bestimmten Bild nur Wasser abgebildet, aber WIE! Man spürte regelrecht die Luftfeuchtigkeit und konnte diese Urgewalt des Meeres mehr als nachvollziehen… Dieser Ajvasovskij kann Wasser malen, wie niemand anderes, den ich kenne… Mein aufrichtigster Respekt…
Nach einer notwendigen Pause wurde untere Anderem die Entwicklung der russischen Portraitmalerei erschlossen und dann folgte der russische Vorzeigekünstler Ilja Repin. Einige der Bilder konnte man bereits in Bonn („Russlands Seele“) und Düsseldorf („Bonjour Russland“) bewundern, wobei in Bonn vorwiegend Bilder der Tretjakow Galerie (Moskau) ausgestellt waren. Um es mal weniger kunsthistorisch zu sagen: „Der hatte es voll drauf!“. Dabei muss ich zugeben, dass mich nicht alle seine Bilder ansprechen, doch seine Hand ist eine besondere, keine Frage.
Hier einige Highlights aus meiner Sicht:
Leider schwand die Aufmerksamkeit exponentiell, was nicht an der Kunst selbst, sondern an der Fülle dieser in den letzten Tagen lag. Nach dem letzten Referat bin ich dann auch mit einigen anderen aus dem Museum raus, auch wenn ich sehr gern noch Wrubel und Chagall gesehen hätte. (Ja, Chagall war ein Russe, kein Franzose…)
Nach einigen letzten Einkäufen, mussten wir uns dann auch für unseren letzten Abend aufbrezeln, schließlich sollte es ins Ballett gehen :)
Es folgten also die anderen russischen Künstler, das Russische Staatsballett… Ach ja, sie haben ihren Ruf voll und ganz verdient!!! Giselle war einfach wunderbar. Sie schwebten zu dieser herrlichen Musik über die Bühne und vollführten Verrenkungen, die ich mir im Traum nicht zutrauen würde und das alles mit unglaublich viel Gefühl… Eine Aufführung die auf jeden Fall nachwirken wird, wozu auch die Atmosphäre des Marinski-Theaters beitrug.
Doch ein letzter Abend endet nicht nach dem Ballett, so wurde die dem Hotel am nächsten liegende Kneipe aufgesucht und ein letztes Mal angestoßen! Ich habe sogar meinen ersten und einzigen Wodka getrunken! Wir wurden danach noch von einem etwas seltsam wirkenden Kerl eingeladen sodass Catalina, Sarah und ich am liebstem noch tanzen gegangen wären, doch die anderen haben uns abhalten können.
Da es mit dem Packen nicht mehr so klappte, wie man es gern gehabt hätte, schmiss man sich das letzte Mal in dieses Bett, schließlich kam der Bus eine Stunde früher als geplant… (Das Olympische Feuer kam doch nach St. Petersburg, so musste der Bus bis zu einem recht frühen Zeitpunkt aus unserer Straße verschwinden…)
Montag, 14. April 2008
03.04.2008 – blau machen
Heute sind Anna und ich im Hotel geblieben. Da wir beide gestern Abend Fieber hatten, haben wir beschlossen, dass es wohl sinnvoller wäre, den Ausflug nach Pawlowsk ausfallen zu lassen, um wenigstens Morgen Michaelsschloss (worüber ich referieren „darf“), russisches Museum und das Ballett nicht zu verpassen...
Gegen Nachmittag ging es uns etwas besser und Hunger und Unternehmenslust trieben uns raus auf den Newski Prospekt. Herrlich mal nicht wirklich Tourist zu sein... Naja, das Touristendasein konnten wir selbstverständlich nicht ablegen, aber es ist trotzdem etwas anderes ohne Gruppe und Kamera durch die Gegend zu laufen. Einfach die Stadt auf einen wirken zu lassen, Fassaden Fassaden sein lassen, mal das Panorama genießen und nicht analysieren. In dem ein oder anderen Laden konnte ich sogar Geld lassen und habe die gut bewährte Tradition, ein Oberteil auf Reisen zu kaufen, trotz der hohen Klamottenpreise fortsetzen können :)
In einem niedlichen Souvenirladen konnte ich dann auch niedliche Mitbringsel besorgen und mir endlich mal hübsche "Perlen"ohrringe besorgen (man braucht ja auch Alltags-Perlenohrringe, echte Perlen brauchen schließlich einen anständigen Anlass). Dann waren wir noch in aller Ruhe etwas essen und dann durfte ich ins Paradies. Dieses heißt "Dom Knigi" (deutsch: "Haus des Buches")... *schwärm* Auch wenn ich nicht wirklich russische Literatur brauche, weil ich (hoffentlich in ferner Zukunft) Mamas umfangreiche Sammlung erben werde, konnte ich es mir nicht verkneifen, einige Bücher zu kaufen, sieben um genau zu sein... Aber zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass drei davon für meine Mutter waren... (Naja, ich würde auch dazu stehen, wenn sie für mich gewesen wären!)
Anna war natürlich ins Hotel gegangen und mich die knapp 2 Stunden allein mit den Büchern gelassen. Ich bin dann direkt zu unserem Abschiedsessen in ein sehr feines Restaurant geschlendert.
Auch wenn ich meine Bestellung relativ spät bekam, war's trotzdem ein wunderbarer Abend! Entspannt und wieder einigermaßen regeneriert ging's dann Richtung Hotel.
(Fotos hab ich an diesem herrlichen Tag nicht gemacht! - Manchmal muss man die Stadt mal mit allen Sinnen erfahren, da stört eine Kamera nur...)Samstag, 12. April 2008
02.04.2008 – Bernstein, Park und Puschkin
Der heutige Tag war für einen weiteren Tagesausflug vorgesehen. Es sollte nach Zarskoje Selo gehen, wo der Katharinenpalast steht. Doch Busfahren wäre ja zu entspannend (und teurer), so fuhren wir mit überfüllter Metro zunächst zu der Metrohaltestelle an der Moskowskaja und dann mit einem Minibus zum Katharinenpalast.
Die arme Anna hatte ein erneutes Referat zu halten, was seinen Höhepunkt im Innern des Palastes hatte, wo unser werter Dozent sie ständig mies angemacht hat, sodass allen aufgefallen war, dass er wohl (warum auch immer) etwas gegen sie habe. Trotz des sehr eindrucksvollen Interieurs, habe ich leider ziemlich früh daran gedacht, dass ich mich gern hinsetzten möchte... Im Katharinenpalast waren zwar alle Zimmer sehr prächtig, doch eines überstieg jeden Luxus, das legendäre Bernsteinzimmer. Leider ist es nicht mehr das Original, da die Deutschen es im zweiten Weltkrieg verschleppt haben und verloren, nachdem sie den Palast in grausigstem Zustand hinterlassen haben. (Kein Wunder, dass die Deutschen unbeliebt sind...)
Nach einer Pause ging es dann in den Park... Fünf Stunden lang! (Gut, dass wir mit Gummistiefeln ausgestattet waren.) Ja, dieser Park hat viele kleine, tolle Bauwerklein, doch mussten wir uns wirklich fast jedes angucken? – Ja :(
Irgendwann hätte ich sogar auf die Puschkin-Statue, die ich so gern gesehen hätte, verzichtet, so erschöpft war ich! Aber ich musste nicht auf ihn verzichten! :) Denn glücklicherweise lang dieses Monument auf unserem Rückweg. Unser Dozent hielt es nicht für notwendig, dort Halt zu machen, doch das war mir und drei anderen egal! Nach einigem Suchen, hatten wir die Gruppe auch bei der Hauptfront des Alexanderpalastes, der Residenz der letzten Zarenfamilie, wiedergefunden.
Dann ging die Suche nach der Haltestelle los. Nach manch einem Umweg, hatten wir sie endlich gefunden und konnten nach einigem Warten, dann auch in zwei Gruppen gen Moskowskaja fahren.
An der Metrostation hatten die anderen auf uns gewartet. Dann konnten Passanten und andere folgende Situation beobachten: 19 junge Frauen gaben einem älteren Mann Geld, und nicht gerade wenig... Hätten wir die richtigen Klamotten an, hätte man uns für eine Gruppe von Prostituierten und ihren Zuhälter halten können. Zudem ist es ja geradezu eine Einladung für Taschendiebe... Aber unser Dozent weiß schon, was er macht, hoffentlich...
Anna, Catalina und ich haben uns dann fix von der Gruppe verabschiedet, Richtung Hotel. Im Stammcafé gab’s noch eine Pizza und ein lustiges Beisammensein.
Nach der Dusche konnte ich jedoch nicht mehr. Hatte schon gestern gemerkt, dass mir der Kaffee nicht mehr schmeckt und nun kam das Fieber... Bei der ständigen Erschöpfung war das auch nur eine Frage der Zeit...
01.04.2008 – Kunst, Bier und Kätzchen
Erstaunlicherweise durften wir heute eine ganze Stunde länger schlafen! :)
Treffpunkt war erst um 10h an der Alexandersäule vor dem Winterpalast, denn es sollte ein letztes Mal in die Ermitage gehen. Wir waren zu spät... Konnten uns aber noch an der Fassadenbeschreibung des Geberalstab-Komplexes beteiligen, der in diesem Ausmaß von nichts anderem übertroffen wird.
In der Ermitage ging es dann sofort los. Einem Nachtrag zu den Italienern sollten die Deutschen folgen, die wir nicht finden konnten. Es stellte sich dann heraus, dass der gesamte Deutsche Bereich momentan restauriert wird. Das war’s auch schon zu den Deutschen. Es folgten die Franzosen in voller Pracht.
Dann eine Pause, in der wir ein letztes Mahl in der Ermitage einnahmen. Diese Pause nutzte ich auch, um ein weiteres Buch zu erwerben. Erstaunlicherweise konnte der Verkäufer tatsächlich an meinem Russisch erkennen, dass ich ursprünglich aus Kasachstan bin, da ich trotz meines starken deutschen Akzentes, noch einen „almatinskij“ Akzent habe. :)
Unser werter Dozent hatte sich tatsächlich auch aufgerafft, die neuzeitliche Sammlung der Ermitage anzusehen, zu der zahlreiche kubistische Picassos, einige Monets, Matisses und van Goghs gehörten und viele andere namhafte Künstler.
Danach hatten wir offiziell Feierabend. Zunächst habe ich noch zwei Poster in der Ermitage gekauft und dann begann die große Suche nach der Post.
Dank eines netten Herren in Uniform erfuhren wir, wo wir fragen konnten und wussten dann, dass in der Nähe der Kasankathedrale eine Poststelle ist. Auf dem Weg dorthin wurden dann Souvenirs eingekauft und in der Post Briefmarken geleckt... (Die russischen Briefmarken schmecken genauso ekelig, wie die deutschen...)
Catalina und ich verspürten einen starken Durst nach dieser Aktion und so kam uns der Irish Pub auf dem Heimweg sehr gelegen. Bei russischem Bier und Chips (eigentlich wollten wir Erdnüsse) sprachen wir dann über Diktatoren, als uns der Duft eines Knoblauchgerichtes entgegenwehte... Leider hatten die älteren Herrschaften hinter uns nichts mit Knoblauch und so verließen wir mit dem Ziel, etwas knoblauchhaltiges zu uns zu nehmen, den Pub.
In unserem Stammcafé neben dem Hotel gab’s dann Bier und mit Knoblauchbutter geröstetes Brot. Doch da wir immer noch fit waren, haben wir uns Anna im Hotel geschnappt und sind in die nächstbeste Kneipe. Leider waren wir so ziemlich die einzigen Gäste dort. Trotzdem waren die Angestellten sehr nett und vor allem das kleine Kätzchen, das auf wackeligen Pfötchen in den Raum lief, gab dem Tag einen angenehmen Abschluss.
Doch nicht alle Exkursionsteilnehmer hatten einen schönen Abend. Durch Zufall haben welche den Dieb vom Vortag wiedererkannt. Ein weiterer Zufall wollte es, dass die Polizei gerade in der Nähe war und so wurde er festgenommen und einige Exkursionsteilnehmer durften den Abend auf der Polizeiwache verbringen, ohne dass es wirklich etwas gebracht hat, da Aussage gegen Aussage stand und diejenige, die genau gesehen hat, dass dieser Typ die Kamera in der Hand hatte, nicht dabei war... Auch wenn sich der ein oder andere über die russische Polizei aufgeregt hat, so muss ich sagen, dass ich so etwas auch von deutschen Polizisten erwarten würde...
31.03.2008 – Mein Referat, Diebstahl und Ballett
Heute war mein großer Tag! Nach dem üblichen Frühstück ging’s los zum Newski Prospekt (der Magistrale/ Hauptstraße St. Petersburgs), der mein Referatsthema war. Doch durfte Catalina den Tag mit einem Referat zum Alexandra-Theater beginnen, denn schließlich ist sie unsere Rossi-Expertin. Natürlich gingen wir dann die Rossi-Straße hinab und machten einen kurzem Spaziergang entlang der Fontanka, um an meinem ersten Referatsthema zu beginnen, der Anitschkowbrücke mit ihren bronzenen Reiterbändigern. Auch wenn der nette Dozent noch einige Ergänzungen hatte, hatte ich ja immer noch das Argument, dass meine externe Festplatte mit meinem Referat untergegangen war.
Weiter ging’s und scheinbar war der Dozent genauso vorbereitet wie ich, sodass er nur wenig Gesprächsbedarf an den zahlreichen Objekten am Newski Prospekt zeigte. Erstaunlicherweise waren wir schon relativ bald an der Kasan-Kathedrale angekommen, die zwar am Newski liegt, aber von jemand anderem referiert wurde. So hatte ich eine kleine Pause zum Durchatmen und trinken, denn bei dem Geschreie, das nötig war, um den Straßenlärm zu überschallen, war mein Hals ausgetrocknet.
Die überaus eindrucksvolle Kathedrale wurde selbstverständlich vollständig umgangen und auch hier traf ich ein nettes Kätzchen, ganz schwarz, in der Sonne sitzend und wie gewohnt Streicheleinheiten nicht abgeneigt, was mir das Hinterherlaufen, um die Gruppe einzuholen, alle mal wert war. :)
Aber nur rumgehen reicht dem Kunsthistoriker nicht! Also ging’s auch hinein, wo wir dann die Innenansicht der Kuppel zeichnen durften, um sie später mit der Kuppel der Isaakskathedrale zu vergleichen, was wir meines Wissens nicht getan haben. Dabei hätte ein Foto doch auch gereicht...
Nach der Kasan-Kathedrale war ich wieder dran, doch auch jetzt hatte sich die Diskussionsbereitschaft des Dozenten nicht gesteigert, sodass wir relativ schnell an meinem letzten Referatspunkt angekommen waren. Welch eine Erleichterung.
Danach hatten wir offiziell 1,5h Pause, die wir zum Hunger stillen nutzten. Anna, Catalina und ich haben es dann auch geschafft, zu spät zu kommen und unsere Gruppe zu verpassen, aber glücklicherweise war diese nur im Innenhof des Stroganow-Palastes, unserem nächsten Programmpunkt, den wir ebenfalls von innen besichtigten.
Man durfte im Stroganow-Palast nicht fotografieren, was dadurch gesichert wurde, dass alte Frauen einen so böse angeguckt haben, dass man befürchtete in die Hölle zu kommen, wenn man nur ein Mal den Auslöseknopf drückt. Aber als dumme Touristen getarnt, konnten wir das ein oder andere Foto doch noch machen.
Auf dem Weg zur Isaakskathedrale ist dann was richtig Blödes passiert. Da man als Gruppe kaum vermeiden kann, als Touristen erkannt zu werden, waren wir ein ideales Opfer für Taschendiebe. So kam es dann auch, dass mehrere Taschen von Studenten geöffnet wurden und auch der ein oder andere Taschendieb bereits seine Hand drin hatte, aber noch rechtzeitig davon abgehalten werden konnte, etwas zu stehlen. So viel Glück hatten unsere beiden Seniorenstudenten nicht. Einem wurde die Kamera gestohlen und die arme Frau Adler wurde ihr Geldbeutel mit sehr viel Geld entwendet. Der Dozent, der selbst fast bestohlen wurde, hatte gar nicht mitbekommen, dass ein Teil der Gruppe stehen geblieben war und ist weitergeeilt. Schließlich sind wir dann zurück und haben die Polizei verständigt, was natürlich Zeit kostete und unseren Dozenten nicht wirklich erfreute. Nach einigem Warten, wurde beschlossen, mit dem größten Teil der Gruppe schon zur Isaakskathedrale zu gehen. So wurden die Seniorenstudenten mit einer russischsprachigen Studentin und ihrer Freundin aus Moskau zurückgelassen.
An der Isaakskathedrale sind wir natürlich um die gesamte Kirche herumgelaufen und haben dann einen Blick in ihr Inneres geworfen. Eine unglaubliche Pracht erwartete uns, die selbst in Zahlen deutlich wurde, da diese Kathedrale mehr kostete als der gesamte Winterpalast. Trotz Verbot (bzw. Aufpreis, den wir nicht bezahlt haben) wurde fotografiert und noch ein Buchschnäpchen gemacht. Draußen haben wir uns auf die Stufen der Kathedrale gesetzt und die Sonne genossen, während die anderen Matröschkas gekauft haben.
Die arme Marina durfte dann ein Referat zu dem überaus tristen Gebäude der ehemaligen Deutschen Botschaft referieren. Doch dann ging’s zum Marinskij, DEM Theater schlechthin. Wir haben uns tatsächlich Karten für das Ballett „Giselle“ gekauft, für „nur“ 1.500,- Rubel (ca. 42,- €)! Freitag ist es so weit! Dann wird sich schick gemacht und ab in eins der führenden Theater im russischen Ballett... Nur schade, dass wir zum „Nussknacker“ nicht mehr hier sind... Aber ein Grund mehr, wieder zu kommen!
Doch was wären wir für Kunsthistoriker, wenn wir danach (gegen 18.30h) schon unser Programm beenden? Es war doch noch eine Synagoge im maurischen Stil in der Nähe, die im Kontrast zu den sonstigen Gebäuden stand und aufgrund ihres Standortes die Situation der Juden in St. Petersburg verdeutlichte, die auch hier nicht so gut war.
Erschöpft ging es dann Richtung Hotel. Doch leider konnten wir uns nicht direkt ins Bett schmeißen, da wir ja noch Lebensmittel einkaufen wollten. Das kleine Geschäft ohne Selbstbedienung in der Nähe war einfach zu voll und so entschieden wir, ein neues Geschäft auszuprobieren, was ein voller Erfolg war. Zum Einen konnte man dort einfach durch die Reihen gehen und selbst wählen, zum Anderen war das Angebot auch wesentlich reicher. So kauften wir Obst, Säfte, Pistazien, Tee und viel anderen leckeren Kram! Hab für Mama auch eine ihrer russischen Lieblingssüssigkeiten besorgt.
Im Hotel wurd dann noch ein Tee gemacht, genascht und mit Marina und Sarah getratscht bevor es dann ins Bett ging.
Mittwoch, 9. April 2008
30.03.2008 – „Am siebenten Tage sollst Du ruhen“...
...aber für Kunsthistoriker ist Sonntag auch ein Arbeitstag. Doch da dieser Tag ja eigentlich der Kirche gewidmet ist, ging’s nach dem Frühstück in die zwei großen Klöster von St. Petersburg.
Da diese außerhalb sind, haben wir wieder die Metro genommen, um unser erstes Ziel, das Alexander-Newski-Kloster zu erreichen. Nach der üblichen Fassaden- und Baubeschreibung, durften wir einen Blick in die Kirche des Klosters werfen, in der zu diesem Zeitpunkt die sonntägliche Gottesdienst lief.
Als Christ in Deutschland ist man ja eher volle Kirchen nur zu Weihnachten gewohnt, deswegen war es ein unglaubliches Erlebnis dieses volle und geschäftige Gotteshaus zu sehen. Die russische orthodoxe Kirche hat einen vollkommen anderen Typus von Gottesdienst. Sonntags läuft über mehrere Stunden die Messe, bei der man aber nicht auf unbequemen Holzbänken hockt. (Russ. orth. Kirchen haben nicht mal Bänke, weil es als mangelnde Ehrung Gottes gilt, wenn man im Gotteshaus sitzt!) Die Gläubigen gehen von Ikone zu Ikone und beten davor und das voller Leidenschaft. Teilweise küssen sie sogar die Ikonen. Im Hintergrund liest der Priester Segen und andere Gebete, begleitet von einem Männerchor mit tiefen Stimmen. Das Alles ist in Kerzenlicht getaucht.
Auch wenn ich selbst trotz meiner russ. orth. Taufe keinen Bezug mehr dazu habe, wurde (nicht nur bei mir) großer Respekt vor dieser religiösen Kultur geweckt. Anstatt auf irgendwelche Innenausstattungen zu achten, habe ich mich mitreißen lassen und Kerzen angezündet. Ich zünde eigentlich immer Kerzen in großen Kathedralen an. Diesmal hatte mich auch noch meine Mutter darum gebeten und eine nette alte Dame hat mir die Prozedur dazu erklärt. Eingetaucht in diesen Eindruck habe ich sofort für meine Mutter eine Ikone als Geschenk gekauft.
Auf dem Weg aus der Klosteranlage gingen wir an den dazugehörigen Friedhöfen vorbei, die unter anderem die Ruhestätte von berühmten Komponisten und Schriftstellern ist. Als Freund alter Friedhöfe konnte ich mir das ja kaum entgehen lassen und schloss mich der kleinen Gruppe an, denen der Preis diese Besichtigung wert war. Dostojewski liegt dort, Tschaikowski, Bruni und viele andere mehr. Im zweiten Trakt, den wir leider nur kurz besichtigten, ist das Grab eines von mir sehr geschätzten Mathematikers, nämlich Leonhard Eulers. (Hätte am liebsten den Kurator des Arithmeums angerufen, um ihm davon zu erzählen, weil ich so begeistert war.) Beim Weg hinaus, saß eine liebe Katze auf dem Friedhof, die ich selbstverständlich erst mal gestreichelt habe, was sie problemlos zugelassen hat und geschnurrt hat sie auch noch! :)
Der Weg zum Smolny-Kloster war voller Industriekultur und verfallenen Bauten, aber auch das ist St. Petersburg... Zum Glück war ich nicht die einzige, die das Bedürfnis hatte, diese Impression fotographisch festzuhalten.
Das Smolny-Kloster konnten wir leider nur von außen besichtigen, da dort ein Konzert lief und da unser Dozent schon mit der ersten Gruppe gegangen war und wir es nicht für notwendig hielten, die Fassade zu beschreiben, war diese Besichtigung recht kurz...
Auf dem Rückweg zum Hotel gingen wir am Taurischen Palais vorbei! (Ja, es erfreut mich Referatsthemen im Original zu sehen...)
Nach einem Snack ging’s mit der Metro zum Newski. Anna und ich standen wohl ziemlich hilflos an dem Metroplan, denn eine nette Dame hat uns richtig gut beraten und auch als wir unten ankamen und noch nicht so recht wussten, in welche Metro wir einsteigen sollten, hat sie uns total lieb in die richtige Richtung gewunken. Beim Gostiny Dwor (einer Riesen-Kaufpassage) wurden wir dann erst mal von Touri-Helfern angesprochen, als ich entsetzt ein Gebäude entdeckte, das Teil meines Referats ist... Eine von denen konnte sogar Deutsch und hat Köln ständig ins falsche Bundesland gepackt.
Doch eigentlich wollten wir erst mal ins Hotel duschen, um dann noch brav an unseren Referaten zu arbeiten. Im Hotel wurde uns von anderen Exkursionsteilnehmerinnen erzählt, dass das Wasser in der Dusche eine sehr unpassende Farbe für Duschwasser angenommen hatte und zudem kalt war... Auf gut Glück habe ich trotzdem mal geschaut und nach 15 Min wurde es wieder klar, sodass ich eine angenehme heiße Dusche nehmen konnte.
Anna hatte sich in der Zwischenzeit hingelegt und ich nutze die Gelegenheit, in Ruhe mein Referat zu vervollständigen, welches ich dann pünktlich zu ihrem Erwachen fertig gestellt hatte.
Da ich ja immer noch keine Mitbringsel hatte, wollt ich noch etwas einkaufen. Leider war mein Trip mehr als enttäuschend. In der Nähe des Hotels gab es nur Läden für Klamotten und Elektrowaren und die waren auch noch so richtig teuer. So gesellte ich mich kurzerhand zu Anna, in ein süßes Kellercafé, in dem es köstliche heiße Himbeere gab, mit frischen Himbeeren drin. Dort hab ich dann in aller Ruhe meine Karten fertig geschrieben und konnte guten Gewissens ins Bett fallen.
Dienstag, 8. April 2008
29.03.2008 – Papas Geburtstag, Katze im Schnee und Wasserspiele ohne Wasser
Als pflichtbewusste Tochter habe ich heute als Erstes um 7.15h meinen Vater angerufen und ihm zu seinem Geburtstag gratuliert. Dann erst kam die Frage auf, wie spät es denn wohl in Deutschland sei. – Die Antwort: 5.15h... Ich habe ein zweites Mal angerufen und mich für den frühen Anruf entschuldigt. (Meine Eltern waren glücklicherweise eh schon wach.)
Nach dem Frühstück ging’s dann wie immer um 8.45h los, diesmal gen Peterhof und tatsächlich auch nicht zu Fuß, sondern mit dem Bus.
Die Sonne schien und ich habe versucht viele Fotos von der Umgebung außerhalb zu machen, denn diese ist ein Spiegel für die Verwahrlosung Russlands... Armes Russland... Es tut mir in der Seele weh, dass dieses wundervolle Land sein Potential nicht nutzt...
Aber zurück zur Busfahrt. Unser hochenthusiastischer Dozent dachte sich einfach mal, dass wenn man schon in der Nähe ist, ein Abstecher nach Oranienbaum nicht schaden könne und so legten wir einen unerwarteten Zwischenstop ein und als ob ich es geahnt hätte, war ich natürlich mit dem Protokoll dran, aber glücklicherweise nur in Oranienbaum.
Mein Glück bestand darin, dass diese Anlage zur Zeit restauriert wird und deswegen nur ein einziges Gebäude nicht von Planen verdeckt war. Unglücklicherweise mussten wir trotzdem einen Berg hoch, im Schnee und gestreut war auch noch nicht. Da das Hauptschloss in fade Folie gepackt war, sind wir hoch und einfach mal durch ein Tor gegangen, ohne recht zu wissen, wo das ganze hinführt. Ein wuscheliger Hund kam hinzu und lenke die volle Aufmerksamkeit auf sich! Leider mussten wir uns von diesem trennen und einen anderen Weg einschlagen, da wir auf die Gefahr im Schnee Rohre, Gräben oder gar Seen zu übersehen von einem netten Parkaufseher hingewiesen wurde. Dieser hat uns dann auch noch gesagt, dass der chinesische Pavillon, unser angestrebtes Ziel, dummerweise auch eingepackt ist, aber der Rutschberg sei wohl von außen bereits restauriert.
So ging’s dann zum Rutschberg, wo ich die erste Bekanntschaft mit einer Petersburger Katze gemacht habe. Ach, die war ja so lieb! Die hat sich riesig gefreut, dass sie gestreichelt wurde und hat unsere Gruppe brav begleitet, selbst als wir das Gebäude am Rutschberg (das meiner Meinung nach Ähnlichkeit mit dem Smolny Kloster hat.) betreten durften, um vom arkadenartigen Umgang die Aussicht zu genießen. Das nette Kätzchen hat sich sogar noch auf das Gruppenfoto geschlichen :)
Doch irgendwann mussten wir weiter zum Peterhof, Peter I Sommerresidenz am finnischen Meerbusen. Mein Protokolldienst war damit beendet! Nach einem kleinen Mahl in einem viel zu stickigen Raum, ging’s dann hinein ins Schloss! Die arme Anna hatte ihr Referat und der werte Herr Professor hat sie nicht wirklich ausreden lassen und auch sonst ständig etwas bemängelt. Er hatte aber auch den ganzen Tag richtig miese Laune.
Den restlichen Tag haben wir damit verbracht durch Schnee und Matsch in der riesigen Parkanlage des Schlosses von Nebengebäude zu Nebengebäude zu laufen.
Unser erstes Ziel war Monplaisir und eigentlich wäre ich dort auch am liebsten geblieben. Dieses kleine Palästchen liegt nämlich direkt am Meer. Es ist zwar nur der finnische Meerbusen, aber es sieht wie Meer aus, es hört sich so an und es ist einfach toll! Diese wunderbare frische Luft, die Aussicht, die Eisschollen und vor allem dieses herrliche Geräuch der Wellen... Das Referat war plötzlich uninteressant und alle genossen dieses unglaubliche Ambiente, nur unser Dozent hatte es eilig, aber schließlich ist die Anlage auch monströs und der Bus war nur bis 19h gemietet, man konnte ihn also schon etwas verstehen und wenigstens sind wir dann auch am Meer entlang zu dem Schlösschen Marly gegangen.
Wenn jemand von Euch schon selbst da war, oder wenigstens die Bilder von Peterhof kennt, wird sich bestimmt die markanten Springbrunnenanlagen erinnern. Diejenigen, die aufmerksam gelesen haben, wissen auch, dass das markante dieser Exkursion der Schnee war (und die Fassaden). Nicht nur die Physiker unter Euch werden bemerkt haben, dass Schnee und Wasser in Springbrunnen nicht harmonieren. Auch die Verwaltung in Peterhof weiß das. Dementsprechend bat sich uns der Anblick von leeren Bassins und mit grünen Holzkisten abgedeckten Figuren... Ein Grund mehr zu wärmeren Jahreszeiten wieder zu kommen... Aber das Meer hat doch einige Enttäuschung nehmen können.
Abends angekommen waren wir alle total platt. Marina kam in unser Zimmer wegen irgendeiner Sache und man begann zu quatschen. Der Abend endete darin, dass wir uns ein Bierchen geteilt haben und bis Mitternacht oder so über jeden möglichen Scheiß geredet haben. Dummerweise wurde uns in dieser Nacht ja eine Stunde genommen, sodass wir erschrocken feststellen mussten, dass nach der neuen Zeit ja schon fast 1h war und wir ja schon um 8h frühstücken wollten...
Also ging’s dann auch für mich ins Bett, nachdem ich noch einige Karten geschrieben habe und noch schnell unter die Dusche gehüpft bin...