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St. Petersburg - ein Fazit
Nun bin ich bereits die dritte Woche zurück in Deutschland und noch immer habe ich St. Petersburg stets im Hinterkopf. Es ist total anders als Deutschland. Ich hatte zum Beispiel den Eindruck, dass der russische Staat seine Bürger nicht so "erzieht", wie der Deutsche die seinen. Besonders auffallend war dies für mich im Straßenverkehr. Doch es funktioniert trotzdem, auch wenn man zunächst nicht das Gefühl hat, dass es eine Ordnung gibt. Aber wenn es die nicht gäbe, dann wäre z.B. der Schnee nicht so fix entfernt worden. (Ehrlich gesagt glaube ich kaum, dass Bonn eine solche Schneemasse bewältigen könnte, es klappt ja schon nicht mit Regen...) Von außen betrachtet scheint auch, dass Russland seinen Einwohnern zutraut, über die Straße zu gehen ohne überfahren zu werden, auch wenn's grad mal nicht grün ist. Dies ist vor allem praktisch, wenn keine Fußgänger die Linksabbieger blockieren, weil sie schon vorher über die Straße gegangen sind. Außerdem gibt es auch viel weniger Straßenschilder, was für die anfängliche Orientierung etwas störend ist, aber im Grunde genommen gar nicht so schlimm...
Ich muss zugeben, dass ich vor allem in den ersten Tagen sehr gerne zurück gefahren wäre. Vermutlich war das auch dadurch bedingt, dass ich zwar die meisten kunsthistorisch wertvollen Dinge gesehen hatte, aber für meinen Geschmack nicht genug Zeit hatte, um die Stadt selbst kennenzulernen, was ich sehr schade fand.
Außerdem waren die Leute wirklich super nett. Wir hatten öfter Situationen, in denen uns mit Händen und Füßen geholfen wurde, obwohl ich eigentlich Russisch kann.
St. Petersburg hat mich auf jeden Fall überzeugt, da es für mich eine Mischung aus meinen russischen Wurzeln und meiner europäischen Lebensweise verkörpert. Es hat mich dazu gebracht, wieder an meinem Russisch zu arbeiten, damit ich fließend sprechen kann, wenn ich zurückkehre in dieses Venedig Russlands - und wiederkehren werde ich auf jeden Fall...
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